Dom – Duomo: 500 Jahre Bauzeit

Heiligtum mit Promenadendach

Fünf Jahrhunderte brauchten die Baumeister und all die Handwerker, Arbeiter und Künstler die imposante gotische Kathedrale zu errichten.

Il Duomo, der Dom Santa Maria Nascente, ist das unverkennbare Wahrzeichen Mailands. 1386 wurde der Dombau begonnen.

Tausende von Menschen schafften den Marmor aus entlegenen Teilen Italiens über die Kanäle nach Mailand. Als die Spanier die Stadt regierten, ließen sie die Bauarbeiten einstellen.

Die Fassade ließ erst Napoleon im 19. Jahrhundert vollenden. Er wurde im Duomo zum König von Italien gekrönt. Die fünf Kirchenportale entstanden zwischen 1840 und 1965. Von den 135 gotischen Türmchen und den vielen Statuen kann nur eines auf das 14. Jahrhundert zurück blicken, die übrigen wurden erst Ende des 19. Jahrhunderts fertig gestellt.

Gotischen Stil durchgehalten

(c): Bernd Kulow

Geplant war ein Dom, der alle Kirchen Italiens überragen würde. Und tatsächlich wurde der Mailänder Dom zur größten Kirche Europas, bis dann St. Peter in Rom ihm den Rang abnahm.

Der gotische Stil wurde über die Jahrhunderte durchgehalten und erlangte eine eigene Prägung. Der Dom ist breiter angelegt und strebt damit weniger gen Himmel. Diese Bauweise hatte das breite Dach über dem Langschiff zur Folge. Die Bürger der Stadt nahmen das Dach des Mailänder Heiligtums zum Promenieren und heute nutzen es die Touristen aus aller Welt als Aussichtsplattform.

Populäre Promenade der Stadt

(c): Bernd Kulow

Attraktion ist der Ausblick vom Dach des Domes. Auf die mit Marmor ausgelegten Dachterrassen gelangt man über 500 Treppenstufen oder mit einem Aufzug. Von oben aus kann man bei guter Fernsicht nicht nur Mailand unter sich sehen und die lombardische Ebene, sondern auch die Alpen am Horizont.

Dom Duomo: Tolle Illusionen der Liebe

Die Allee der gotischen Spitztürmchen auf dem Dach ist nach der Galleria die populärste Promenade der Stadt. Auf dem Turm der Hauptfassade trohnt die „Madonnina“, eine vier Meter hohe Marienstatue aus vergoldetem Kupfer.

Der Dom Duomo (auf Italienisch) war von Anfang an umstritten. Goethe mochte ihn nicht, Heine spöttelte über ihn, dagegen schwärmte Stendhal: „Diese aller Vernunft bare Architektur gleicht den tollen Illusionen der Liebe. Nie hat ein Bauwerk solche Empfindungen in mir ausgelöst“.

Von den Seitenbalkonen blickt man auf den Domplatz. Der Platz vor dem Dom, der Piazza del Duomo, ist der Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt. Vom Piazza aus gelangt man in die Galleria Emanuele II. Ein weiteres Highlight für Mailand Besucher.



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Über Bernd Kulow

Der Autor dieser Webseite – Bernd Kulow – ist Journalist, Fotograf und Videofilmer, jetzt in Freiburg. Er hat für dpa, DIE ZEIT, stern, FR sowie für Hörfunk und Fernsehen gearbeitet.
„Mailand hat bereits sehr früh starke Faszination auf mich ausgeübt.
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