Gucci Fashion 2017 – irritierender Mix

Kaleidoskop des Globalen

Gucci präsentiert Frauen- und Männermode in einer einzigen Show. Alessandro Michele, Guccis Kreativchef, fügt zusammen, was vorher getrennt war.

Die Herbst Winter 2017 Show

Zum ersten Mal sind Männer und Frauen gemeinsam auf dem Gucci-Laufsteg. Ein Trend, dem bereits mehrere Modehäuser folgen. Die starke Trennung zwischen Frauen- und Männermode scheint damit ins Wanken zu geraten.

Seine globale Sicht führt Alessandro Michele dazu, die Modewelt wie durch ein buntes Kaleidoskop zu betrachten. Unterschiedlichstes bringt er zusammen. Asiatische Anleihen wie historische Referenzen, Orient und Okzident – Gucci Fashion 2017 nimmt alles auf. Dazu der passende Titel der Gucci-Show in Mailand: „Der Garten des Alchimisten“.Und Anlehnungen an den Stil der 60iger und 70iger Jahre sind nicht zu verkennen. Der wilde Mix unterschiedlicher Modestile scheint sogar den einen oder anderen zu irritieren.

Gucci Frauen Frühjahr Sommer 2017 Fashion Show

Alessandro Michele, Kreativdirektor bei Gucci: „Es ist eine eklektische Konversation unterschiedlicher Inspirationen. Am Ende fügt es sich zu einer Sprache. Meine Vorstellung von Mode war immer, dass sie nicht nur eine Geschichte darstellt, sondern das Fresko einer Illusion“.

Gucci Männer Frühjahr Sommer 2017 Fashion Show

Alessandro Michele nennt die Show eine Phantasie-Reise.

New York Times Interview mit Alessandro Michele, dem Kreativchef von Gucci

 

Seit Januar 2015 verantwortet Alessandro Michele sämtliche Kollektionen bei Gucci. Und zudem ist er für das globale Markenimage verantwortlich. Als neuer Kreativdirektor wurde er eingesetzt, nachdem die Verkaufszahlen bei Gucci eingebrochen waren.

Damals äußerten sich entscheidende Stimmen in der Modebranche äußerst skeptisch zur Wahl Micheles. Denn unbekümmert verwischte er Geschlechterrollen. Zudem vermisste man „eine klare Linie, die Wiedererkennbarkeit und damit Verkäuflichkeit sicherstellt“, so gab Clark Parkin die Stimmung auf Welt online wieder. Zufällig und sprunghaft zusammengesetzt schien vielen das Gemenge aus historischen Epochen von den Siebzigern bis zum Barock.

Auf Welt online wird Alessandro Michele mit den Worten zitiert: „Mich faszinieren Formen des Wahnsinns.“ In der Tat verstreut Michele seine Formen aus Flora und Fauna wahllos über seine Entwürfe. Doch der eklektische Stil Micheles ließ die Umsätze überraschend wieder steigen. Jetzt wird er gelobt und gefeiert. Die Lässigkeit, mit der er eherne Grundsätze der Modebranche bricht, haben den Chefdesigner für manche zum Guru werden lassen.

 

Quellen:

Über Bernd Kulow

Der Autor dieser Webseite – Bernd Kulow – ist Journalist, Fotograf und Videofilmer, jetzt in Freiburg. Er hat für dpa, DIE ZEIT, stern, FR sowie für Hörfunk und Fernsehen gearbeitet.
„Mailand hat bereits sehr früh starke Faszination auf mich ausgeübt.
Ich danke allen, die über die Werbebanner und -links auf mailand.de bestellen. Damit unterstützen Sie meine Arbeit für diese Webseite“.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


*